Drogenpsychosen

Einganstext fehlt (kurz)


Cannabispsychose (Text muss gekürzt werden)

Als Psychose bezeichnet man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergeht. Oft gibt es die Frage, ob und welche Drogen dazu geeignet sind eine Psychose auszulösen. Die Wissenschaft streitet sich noch, besonders bei Cannabis, ob das überhaupt möglich ist. Zwischen Sucht und Psychose gibt es vielfältige wechselseitige Beziehungen. Psychisch kranke Menschen konsumieren oft Drogen, um die psychischen Symptome zu lindern. Eine dauerhafte Einnahme von bestimmten Drogen kann aber auch versteckt vorhandene Psychosen auslösen. Zwischen den beiden Krankheitsbildern Sucht und Psychose gibt es vielfältige wechselseitige Beziehungen. Zum einen gehen der Drogenabhängigkeit mitunter psychische Störungen voraus, d.h., es werden von psychisch Kranken im Sinne einer Selbstmedikation bestimmte, auch illegale Drogen wie Heroin oder Kokain genommen, in der Absicht, persönliches Leiden zu lindern. Nach empirischen (empirisch = wissenschaftlich gewonnen, erfahren) Studien beträgt die Häufigkeit Behandlungsbedürftiger psychischer Erkrankungen:

  • In der Normalbevölkerung 10 %,
  • Bei Alkoholabhängigen 40 % und
  • Bei Drogenabhängigen 65 %.

Die dauerhafte Einnahme von bestimmten Drogen kann zu psychotischen Episoden führen oder genauer gesagt: latent (latent = verborgen) vorhandene Psychosen  auslösen. In wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte sich, dass die Cannabinoide, ganz ähnlich wie bei Benzodiazepinen, eine Zensurschwäche gegenüber Sinneseindrücken bewirken. Das bedeutet, dass man sich bei Einnahme von Cannabis eventuell die Wirklichkeit ungefilterter erlebt, sich aber auch gegen die Flut der Sinneseindrücke nicht mehr wehren kann. Das ist besonders dann der Fall wenn die Psyche eh schon in Mitleidenschaft gezogen wurde.Aus diesem Grund wird ein ungewünschter Drogenrausch oft mit Angst verbunden. Benzodiazepine können beim Entzug dasselbe Phänomen erzeugen.    Man ist den Sinneseindrücken und Ängsten viel schutzloser ausgeliefert. Deshalb ist es sehr wichtig immer nur in Absprache mit dem Arzt des Vertrauens zu handeln. Sind nun alle Kiffer von einer Psychose oder gar von Schizophrenie bedroht? Die Frage mag überspitzt formuliert klingen, tatsächlich war und ist sie Gegenstand einer Vielzahl an Studien zum Ursache-Wirkungs-Zusammenhang bei Cannabiskonsum und Psychose. Denn es sind hier verschiedene Erklärungsmodelle denkbar: Der Cannabiskonsum alleine könnte die Ursache sein für den Ausbruch einer Psychose, die unter anderen Umständen nicht aufgetreten wäre. Dann müsste man von einer eigenständigen „Cannabispsychose“ sprechen. Ebenso ist denkbar, dass der Cannabiskonsum nur bei den Personen eine Psychose auslöst, die bereits anfällig hierfür sind. Cannabiskonsum wäre in diesen Fällen nicht die alleinige Ursache, sondern würde lediglich bewirken, dass die unterschwellig vorhandene Psychose zum Ausbruch kommt. Kiffen wäre also der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Möglich ist auch, dass psychosegefährdete Personen ein besonderes Faible für das Kiffen haben. Der Konsum wäre dann eher Folge als Ursache einer Psychose oder einfach nur ein Begleiterscheinung ohne ursächlichen Zusammenhang. Klingt kompliziert, ist es auch. So hat auch die Wissenschaft noch keine eindeutige Antwort auf diese Fragen liefern können. In den aktuellen Studien zu diesem Thema kristallisiert sich allerdings eine Tendenz für die so genannte Trigger-Hypothese ab. Das heißt, Cannabiskonsum ist sehr wahrscheinlich nicht Verursacher, aber Auslöser (engl. trigger) einer Psychose, wenn die Personen anfällig sind für psychotische Erkrankungen. Zu diesem Schluss kommt beispielsweise ein Expertenteam aus Australien nach Durchsicht mehrerer Längsschnittstudien. Die Hypothese einer eigenständigen „Cannabispsychose“ kann das Autorenteam - Louisa Degenhardt und Wayne Hall - nicht bestätigen. Vielmehr würden in den Fällen, bei denen sich infolge von Cannabiskonsum eine dauerhafte Psychose etabliert hat, meist die Symptome einer Schizophrenie diagnostiziert.