Ungewollt schwanger?

 


Tanja

„ Ich habe seit 4 Monaten eine Wochenend-beziehung. Es lief mal gut, mal weniger, aber ich denke, dass ist am Anfang - gerade bei Wochenend-beziehungen "normal". Ich habe nun vor 4 Tagen erfahren, dass ich in der 5. Woche schwanger bin. Als ich ihm das mitteilte, hat er mir gesagt, dass er vor hatte, mir zu sagen, dass unsere Beziehung beendet ist. Er ist auch absolut gegen das Kind…“


Sicher kein Einzelfall. Sex gehört heute wie selbstverständlich auch zu noch unverbindlichen, losen Beziehungen. Verhütung soll schützen. Aber nicht immer klappt alles. Und dann steht man und frau oft unvermittelt vor der Tatsache, dass ein Baby sich anmeldet. Und dann?

 


Wie ist die Gesetzeslage bei Schwangerschaftsabbrüchen?

Viele Frauen werden von ihren Partnern im Stich gelassen oder fühlen sich aus anderen Gründen mit einer Schwangerschaft überfordert. Ein Schwangerschaftsabbruch, also die Tötung des ungeborenen Kindes ist nach § 218 StGB eine Straftat gegen das Leben und wird mit Freiheitsstrafe bestraft. Im § 218 a StGB ist eine straffreie Ausnahme formuliert: Ein Schwangerschaftsabbruch ist dann straffrei, wenn

aus § 218 a (1) StGB
1. die Schwangere den Schwangerschaftsabbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung ... nachgewiesen hat, daß sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen,
2. der Schwangerschaftsabbruch von einem Arzt vorgenommen wird und
3. seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind.“

Weitere Ausnahmeregelungen gibt es für Frauen, deren eigene Gesundheit durch die Schwangerschaft gefährdet wäre und für Frauen, die infolge von sexuellen Straftaten schwanger geworden sind.

Das ist die rechtliche Seite. Auf deren Grundlage wurden im Jahr 2010  lt. offizieller Statistik 110.400 Abtreibungen in Deutschland durchgeführt.